Eichhörnchen

ZDF | Unsere wilde Meute 12. Episode

Produzentin: Britta Marks
Buch & Regie: Bea Schallenberg & Britta Marks
Kamera: Daniel Apetrei & Heinz-Albert Staubitz
Ton: Zoltan Ravasz
Schnitt: Jojo Langenberg

Sabine Bergner-Rust ist seit 2001 vom Eichhörnchen-Virus infiziert. Fast 200 Hörnchen-Findelkinder hat die Hamburgerin seitdem großgezogen und gepflegt. Seit 2006 ist Sabine auch Mitglied in einem Eichhörnchenschutz-Verein. Rund um die Uhr stehen sie und ihre Kollegen für die Rettung verwaister Findlinge zur Verfügung. Bei einem Notfall ist es immens wichtig, dass das Tier innerhalb von höchstens 8 Stunden in fachkundige Hände kommt, sonst stirbt es in den meisten Fällen. Natürlich ist so viel Engagement nur mit Unterstützung der gesamten Familie möglich. Mann Stefan und die drei Kinder packen gerne mit an, wenn Not am Mann ist. Vor allem die zwölfjährige Leonie liebt die Eichhörnchen genauso wie ihre Mama und hilft in jeder freien Minute im Hörnchen-Kindergarten. Das ist auch nötig, vor allem in der Hochsaison im Sommer.

Oft wiegen die kleinen Nager nur 50-100g, wenn sie zu Sabine Bergner-Rust kommen. Das bedeutet für die ersten Tage oft einen Kampf um Leben und Tod. Alle zwei Stunden müssen die Mini-Hörnchen anfangs gefüttert werden, auch nachts. Purer Stress also für die Eichhörnchen-Ersatzmamas Sabine und Tochter Leonie.

Wenn die Kleinen erst einmal „über den Berg“ sind, trägt Sabine sie den ganzen Tag in einem Tragebeutel mit sich herum, wie ihre tierischen Mamas das auch tun würden. Im Büro, wo sie ein paar Stunden in der Woche arbeitet, nutzt sie dann ihre Pausen zum Hörnchen füttern.

Wenn die kritischen ersten Wochen geschafft sind, geht es für die Eichhörnchenkinder in die Innenvoliere im Wohnzimmer. Die nächste Station im Alter von 12 Wochen ist dann die große Außenvoliere im Garten. Dort verbringen die kleinen Nager die letzten 2-4 Wochen vor ihrer Auswilderung. Wenn die Hörnchen alt genug sind, lässt Sabine einfach die Tür zur Voliere und damit zur Freiheit offen. Die Tiere können dann selbst entscheiden, wann sie sich in ein eigenständiges Leben in der Natur aufmachen. Die Mutigsten flitzen sofort los, andere brauchen Stunden oder sogar Tage, bis sie sich trauen, ihre Kinderstube zu verlassen.

Für Sabine und ihre ganze Familie ist dieser Moment des Abschieds natürlich jedes Mal aufs Neue nicht einfach. Aber sie weiß, dass sie das Beste für ihre Schützlinge tut.