Weissbüscheläffchen

ZDF | Unsere wilde Meute 11. Episode

Produzentin: Britta Marks
Buch & Regie: Kim Koch
Kamera: Heinz-Albert Staubitz
Ton: Markus Dobler
Schnitt: Lily Besilly

Bei Steffen Gummert und Annika Haustein in Holzhausen geht es richtig tierisch zu. Ihre große Leidenschaft sind exotische Haustiere. In ihrem Privatzoo leben verschiedenste Fellnasen sowie gefiederte und geschuppte Mitbewohner. Für deren artgerechte Haltung investieren die beiden ihre gesamte Freizeit und einiges an Geld.

Für diesen Einsatz werden Steffen und Annika immer wieder belohnt: Nur Tiere, die sich in ihrem zuhause wirklich wohl fühlen, vermehren sich auch in Gefangenschaft. Und bei Steffen und Annika ist die Kinderstube fast immer voll.

Bei den Weißbüscheläffchen gab es kürzlich gleich dreifachen Nachwuchs. Das Problem dabei: Die Affenmutter hat nur zwei Zitzen – in der Regel kann sie also auch nur zwei Babys ausreichend mit Nahrung versorgen. Wie so oft hat die Natur für dieses Problem eine grausame Lösung vorgesehen: Kurz nach der Geburt töteten die Eltern das Schwächste der kleinen Äffchen. Steffen und Annika hatten gehofft, dass dadurch ein sicheres Überleben der anderen zwei Affengeschwister gewährleistet ist, doch leider mussten sie feststellen, dass die Eltern ein weiteres Baby verstoßen haben. Annika blieb nichts anderes übrig, als das Kleine aus der Affenfamilie herauszunehmen. Jetzt zieht sie es von Hand auf. Bei so kleinen Primaten wie den Weißbüschelaffen ist eine Handaufzucht sehr problematisch – immerhin wiegt das zurzeit fünf Tage alte Ziehkind gerade mal 24 Gramm und ist daumengroß. So ein winziges Wesen mit der Pipette zu füttern, ist kein leichtes Unterfangen. Besonders in den ersten 14 Lebenstagen steht das Leben der Flaschenkinder immer auf der Kippe, zu groß ist das Risiko einer Infektion. Für Impfungen oder Wurmkuren sind die Äffchen aber in den ersten Wochen eben schlichtweg zu klein.

Wenn Annikas tierisches Adoptivkind mit vier bis fünf Wochen „aus dem Gröbsten raus“ ist, wird es für die Menschenmama haarig. Dann muss das Babyäffchen lernen, feste Nahrung zu fressen. Wie eine echte Affenmutter füttert Annika das Kleine aus ihrem Mund. Auf der Speisekarte stehen neben frischem Obst und Gemüse auch Heuschrecken und Würmer. Lebendig natürlich. Außerdem muss der kleine Affe auch lernen, wie man springt und klettert. Auch hier muss Annika als Mutterersatz die Vorbildrolle übernehmen…
Bis es jedoch so weit ist, heißt es die nächsten 10 Tage noch Daumen drücken, damit das kleine Äffchen die kritischen ersten 14 Tage gut übersteht.
Zu allem Überfluss ist nun auch noch ein Wurf junger Füchse abgegeben worden – nun muss Steffen Ersatzvater spielen…